Es wird wieder fleißig geklüngelt in Leverkusen!
Aktuelles, Landesweit, Regional, Top-Themen / Montag, 7.Mai.2018

Es wird wieder fleißig geklüngelt in Leverkusen!

Thomas Eimermacher

Nun bekommt auch Leverkusen einen Fall Börschel. Es ist ein offenes Geheimnis,
dass auch in Leverkusen nach dem Kölner Vorbild Regeln und Gesetze des Öfteren
so geknetet und gebogen werden bis sie passen.
Viele etablierte Kommunalpolitiker verstehen ihr kommunalpolitisches Engagement
primär als Schlüssel zur Lösung der eigenen ökonomischen Belange auf Kosten der
Steuerzahler. Beim Helfen kommt es hierbei überhaupt nicht darauf an, wer zu
welcher etablierten Partei gehört: Die Sieger lassen die Verlierer nicht verkommen,
denn unten kann ja bald schon wieder oben sein.

So teilen sich die Granden von CDU und SPD das Terrain untereinander auf. Hier ein
gut bezahlter Posten, dort ein schöner Auftrag! Der Job bei der Energieversorgung
Leverkusen (EVL) ist einer der besser bezahlten Geschäftsführerpositionen bei den
städtischen Leverkusener Tochtergesellschaften und er soll nun neu besetzt werden.
261.679,- Euro im Jahr kassiert der noch amtierende EVL-Chef und ehemalige
Landrat, Rolf Menzel (CDU), für seine kaufmännische Tätigkeit beim lokalen Strom-
und Wasserversorger. Zusätzlich hat die städtische Gesellschaft über 1,2 Millionen
Euro Pensionsrückstellungen für seinen Ruhestand zurückgelegt. Sein Nachfolger
steht nun trotz einer teuren Personalsuche über einen sogenannten Head-Hunter
schon fest.

Denn über den Geschäftsführerposten bestimmt eine Personalauswahlkommission,
die so entscheiden wird, wie es CDU und SPD im Leverkusener Stadtrat wollen. Sie
haben sich ähnlich wie im Kölner Fall Börschel schon vorab auf den blassen
Leverkusener CDU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Eimermacher festgelegt. Da
passt es auch sehr gut, dass Eimermacher schon im EVL Aufsichtsrat sitzt.
Eimermacher hat das richtige Parteibuch und er fühlt sich zur Nachfolge von Menzel
berufen, da auch Eimermachers Vater schon einmal technischer Geschäftsführer bei
der EVL war.

Externe, möglicherweise besser qualifizierte Bewerber ohne Parteibuch, haben
daher null Chancen auf den lukrativen Job. So wird halt fleißig geklüngelt in
Leverkusen. Da wird formal eine kostenintensive Personalsuche betrieben, nur um
zu verschleiern, dass das Ergebnis der Personalsuche schon bei Beginn feststand.
Da hat sich die jahrelange Arbeit des CDU-Fraktionsvorsitzenden Eimermacher im
Stadtrat gelohnt. Er wird den Geschäftsführerposten bekommen, obwohl es bestimmt
fachlich besser geeignete Bewerber gibt. In Leverkusen entscheidet halt das
Parteibuch und nicht die Qualifikation eines Bewerbers, ob dieser einen
Geschäftsführerposten bei einer städtischen Gesellschaft erhält.

Die Leverkusener PRO NRW-Ratsgruppe fordert schon seit langem ein offenes
insbesondere transparentes Verfahren zur Bestellung des EVL-Geschäftsführers.
Das gegenwärtige Procedere ist beschämend und führt lediglich zu noch mehr
verständlicher Verdrossenheit der Leverkusener Bürger. Filz ist in Leverkusen nicht
nur ein Wort, sondern hat Namen und Gesicht. Leverkusen leidet seit Jahrzehnten
unter Ämterpatronage und eine Selbstbedienungsmentalität der etablierten
Kommunalpolitiker.

Wer in Leverkusen etwas zum Besseren verändern möchte, sollte PRO NRW
unterstützen.

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