Aktuelles / Mittwoch, 8.Juni.2011

Ennepetal: Verwaltungsmitarbeiter suchen das Weite

In Ennepetal wird es künftig einsam um Bürgermeister Wiggenhagen. So verabschieden sich mit der zur „Wirtschaftsförderin“ degradierten ehemaligen „City-Managerin“ Brigitte Drees, die zur  EN – Agentur wechselt und dem Bügermeisterreferenten Cosima Palomba gleich zwei Führungskräfte der Verwaltung. Zumindest bei letzterem bleibt ein äußert fader Beigeschmack, denn während man Drees‘ Wechsel noch unter dem üblichen Postengeschacher von vermeintlich gescheiterten Verwaltungsspitzenkräften verbuchen darf, gestaltet sich der baldige Abgang Palombas doch etwas skurriler.

So könnte man mutmaßen, dass Palomba, dessen Ausbildung durch die Stadt Ennepetal finanziert wurde, auf Teufel komm raus wegwolle. Zunächst wollte Palomba SPD-Beigeordneter der Stadt Kevelaer werden, wurde aber von der Kevelaer CDU nicht unterstützt, die ihren (durchaus schlechter qualifizierten) Kandidaten regelrecht durchboxte. Dies hinderte Palomba nicht, der CDU beizutreten und deren Bürgermeisterkandidat in Horneburg (bei Hamburg) zu werden. Auch hier scheiterte er wieder – wenn auch denkbar knapp! Nun schickt Palomba sich an, Bürgermeister im Luftkurort Schneverdingen zu werden, ließ die Stadt Ennepetal aber wissen, daß er im Falle seines erneuten Scheiterns dann eben in Ennepetal weitermachen würde. Palomba beruft sich dabei auf seinen Status als Beamter auf Lebenszeit.

André Hüsgen

Andre Hüsgen, Mitglied des Rates der Stadt Ennepetal, merkt erklärt dazu: „Der Ennepetaler Bürgermeister kann einem schon leid tun. Nachdem ich sein Klagelied über den Weggang seiner zwei Verwaltungskräfte auf seiner Homepage las, hat sich dieses Mitleid noch verstärkt. Der drohende Weggang des durchaus sympathischen Bürgermeisterreferenten Palomba macht mich ehrlich gesagt etwas sprachlos. Sind wir hier etwa eine Art Notstopfen? Man möge sich derlei in der freien Wirtschaft vorstellen, wenn sich beispielsweise ein Prokurist wieder und wieder bei konkurrierenden Firmen bewürbe und den verschmähten Arbeitgeber dann wissen ließe, daß  im Falle des Nichterfolges der Bewerbung der alte Arbeitsplatz zu garantieren sei. Was sollen die Bürger, die Sorge um ihren Arbeitsplatz haben, dazu sagen? Oder Arbeitslose, die von ausbeuterischen Leiharbeitsfirmen de facto gezwungen werden, für einen Hungerlohn zu arbeiten? Für mich ist dieses Verhalten unfassbar.“