Aktuelles / Montag, 29.November.2010

Duisburg: Wenn zwei das Gleiche sagen, …

Wenn zwei das Gleiche sagen, dann wird dies nicht immer auch gleich bewertet – jedenfalls nicht beim Blog xtranews. Am 26. November berichtete das Netzforum über die heute stattfindende Lesung von Thilo Sarrazin im Duisburger Lehmbruck-Museum aus seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“.

Die üblichen Proteste gegen jedes einwanderungskritische Argument verspottete xtranews zurecht als „folkloristischen Beissreflex“ jener, „die Sarrazin als Rassisten sehen.“ Der Pressesprecher der Linken aus dem KV-Duisburg, xtranews nennt ihn sicher nicht ohne Zufall den „ewigen Pressesprecher“, schreibe platitüdenhaft wie ein „Kai aus der Kiste“ und nenne Sarrazin einen „Rechtspopulisten“ und sein Buch ein „sozialdarwinistisches Pamphlet.“

Man könnte beinahe begeistert sein, dass sich hier ein Medium einmal klar und deutlich gegen jede politische Korrektheit positionieren würde, wenn die Autoren des Beitrages nicht anschließend ihre eigene Form dieser Demokratievermeidungsform verbreiten würden. Denn lieber, so die Herren Obens und Rodenbücher, hätte man die Kritiker der Sarrazin-Veranstaltung als Gegendemonstranten der pro-NRW-Mahnwache in der Stadt letzte Woche gesehen. Und dies, obwohl Sarrazin jene Ansichten untermauert, die die Bürgerbewegung bereits vor dem Erscheinen des Buches geäußert hatte. Und statt einer vernünftigen Auseinandersetzung ruft xtranews zu jenem folkloristischen Beissreflex“ gegen pro NRW auf, den die Autoren beim Umgang mit Thilo Sarrazin ausdrücklich kritisieren. Sehr merkwürdig.

Komisch auch, dass der Blog anschließend genau die Probleme benennt, die auch pro NRW in die politische Diskussion einbringt. Zum Beispiel, dass „in keiner anderen deutschen Großstadt die Migranten so schlecht in die deutsche Mehrheitsgesellschaft eingefügt sind, wie in Duisburg“. Wenn das pro NRW äußert, dann ist das ein Grund, die Bürger zu Gegen- und Verhinderungsdemonstrationen aufzurufen.

Weiter zitiert der Blog den Duisburger Polizeipräsident Rolf Cebin mit den Worten: „In dem Stadtteil (Marxloh) mit über 35 % nichtdeutscher Bevölkerung und hoher Arbeitslosigkeit lässt sich der Befund schlicht nicht mehr verbergen, dass Polizisten in Migrantenvierteln auf enorme Feindseligkeit stießen, die ganz überwiegend von Türkisch- oder Arabischstämmigen ausgehe.“ Geschildert wird ein zurückliegender Fall, wo ein Raser aufgrund des Druckes der Straße nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Warnte nicht pro NRW seit geraumer Zeit vor dem Entstehen von Parallelgesellschaften, in denen die Staatsmacht nichts mehr gilt?

Am Ende des etwas kruden Beitrages nun kritisieren die Schreiber dann auch noch Sarrazin. Seine Gedanken „fruchteten auf falschem Boden“. Vermutlich soll das pro NRW sein. Sarrazin und wohl auch pro NRW spalteten, statt Gräben zuzuschütten. Dabei liegt die Sache anders: Beiträge wie die von xtranews schildern gesellschaftliche Probleme, ohne dabei an Konsequenzen zu denken. Nach dem Beitrag bliebe dann am besten alles beim Alten.

Nicht pro NRW oder Thilo Sarrazin schaffen aber Gräben. Dies tun Einwanderer, die sich nicht integrieren wollen. Wenn man als Konsequenz daraus fordert, dass solche Migranten das Land verlassen sollten, so ist dies ein normaler Gedankengang – nichts jedenfalls, was einen „folkloristischen Beissreflex“ hervorrufen sollte. Dass sich Organe wie dieser Blog jeder Diskussion verweigern, zeigt, dass man an wirklicher Auseinandersetzung nicht interessiert ist.

Die Bürger werden sich diesen Zugang zur politischen Debatte schließlich auch ohne eine solche Berichterstattung über die Wahlen erzwingen. Dann kann xtranews ja reflexhaft zum Protest gegen den Bürgerwillen aufrufen.