Regional / Freitag, 20.August.2010

Duisburg: Adolf verschanzt sich im Bürgermeisterbunker

Adolf Sauerland wird zum Symbol der Altparteien: Komplettes Scheitern bei gleich bleibender Uneinsichtigkeit und einem selbst für hiesige Verhältnisse erstaunlichen Beharrungsvermögen. Adolfs Untergang ist auch in Duisburg besiegelt. Das ist gut so. Jeder Tag, an dem sich der Oberbürgermeister in seinem Bunker einschließt, beschädigt das Image der Stadt und des Landes. Der angemeldete Protestzug der Bürgerbewegung pro NRW gegen Sauerland am Samstag nächster Woche, für den jetzt im Kooperationsgespräch mit der Polizei die Route festgelegt wurde, ist für den pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener deshalb ein Thema mit landespolitischer Bedeutung. Er forderte die demokratische Rechte und die Bürger der Stadt zur regen Teilnahme an dem Protestzug auf.

Es sind wohl die letzten Zuckungen als Oberbürgermeister, die wir in diesen Tagen erleben. Ein sich in Lüge und Halbwahrheiten verstrickender OB Sauerland droht zu fallen. Getürkte Teilnehmerzahlen, Sauerland weiß davon, spielt das Spiel mit und sieht aber keinen Grund, sich für solche Lügen zu schämen. Der Blog „Xtranews“, und nicht etwa der vom Gebührenzahler alimentierte WDR, veröffentlichte Dokumente zum Loveparade-Gutachten, die Sauerland und die Verwaltung schwer belasten. Aber statt Scham und Entschuldigung, versucht der Politiker die Veröffentlichung per einstweiliger Verfügung zu verhindern. So wie Sauerland benimmt sich der deutsche Durchschnittspolitiker der Altparteien – nur dass dieses Fehlverhalten durch die Tragödie von Duisburg besonders schamlos wirkt. Wer hätte je gehört, dass ein Politiker von CDU oder SPD für seine Fehlentscheidungen Verantwortung gezeigt hätte oder zur Verantwortung gezogen worden wäre?

Insofern wundert es nur wenig, dass Adolf Sauerland um einen Vermögensvorteil von rund einer Million Euro in seinem Amt ausharrt. Seine eigenen Parteikollegen haben jede weitere vernehmbare Kritik nach ersten zaghaften Versuchen aufgegeben. Eine Krähe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus. Der Bundesbürger ist viel gewohnt. Sauerland aber toppt alles bisher Vorstellbare. Er tritt nicht nur nicht zurück, sondern verhöhnt die Opfer auch noch in eitlen Interviews: Jeden Morgen, wenn er aufwache, wünschte er sich, dass die Ereignisse des Massenunglücks nur ein Traum gewesen seien. Keine kritischen Nachfragen der WDR-Hofjournalisten. Etwa: Wie es denn wäre, dass Sauerland sich etwa im Nachhinein wünsche, seiner Verantwortung nachgekommen zu sein, keine Besucherzahlen gefälscht zu haben, keine Genehmigung für eine Massenveranstaltung erteilt zu haben, die derartige Mängel aufgewiesen hatte. Stattdessen die übliche und folgenlose Betroffenheitssuada eines Politikers, der offenbar völlig den Realitätsbezug verloren hat.

Pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener

Es ging um viel Geld – Übertragungsrechte, Sponsoring – und um den „Ruf der Stadt“ als Veranstaltungsort. Sauerlands Verwaltung hat es aber trotz einer hoch riskanten Veranstaltung nicht fertig gebracht – oder er wollte es nicht –, ein tragfähiges Sicherheitskonzept vorzulegen. Das, was als Auflagen schließlich rasch zur Unterschrift gebracht worden war, hätte allenfalls für ein Dorfschützenfest getaugt. Bei einer offiziell angenommenen Zahl von 1,4 Millionen Teilnehmern verwundert zum Beispiel die Versicherungssumme von nur sieben Millionen Euro. Ein gewöhnlicher Hundehalter versichert seinen vierbeinigen Gefährten mit je einer Million Euro.

Allein hieran zeigt sich, welchen Stellenwert Menschen für Politiker vom Schlage eines Adolf Sauerlands haben. „Bei so einem Verhalten des Oberbürgermeisters muss sich der Bürgerprotest im ganzen Land entzünden“, betonte pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener, „Menschenleben sind für Politiker wie Sauerland offensichtlich nichts wert. Die Weigerung des CDU-Politikers, Verantwortung zu übernehmen, zeigt im Übrigen den Zustand unseres politischen Gemeinwesens. Pro NRW wird in Duisburg gegen diese feudalen Verhältnisse Gesicht zeigen. Und wir werden zu gegebener Zeit auch dort eine Alternative vorstellen. Unser Motto für Duisburg: Sauerland geht – pro NRW kommt.“