Aktuelles / Freitag, 4.Februar.2011

Die repressive Toleranz der Linken

Die neue linke Landesregierung redet viel von Toleranz – auch in der Bildungspolitik. Frei gestaltbare Lehrpläne, kritischer Dialog im Klassenzimmer, selbstbewusste Schüler, frei handelnde Lehrer und verantwortungsvolle Eltern. Der linke Toleranzbegriff höre jedoch in der Regel dort auf, so der ehemalige Waldorflehrer und Publizist Andreas Molau (Pro NRW), wo man an den linken Grundpositionen rüttele: „Wer sich etwa dem Gleichheitswahn der linken Ideologie nicht anschließen will, der sich heute von der inklusiven Pädagogik bis zur Gender-Manie zieht, der wird in der Logik der DDR-Propaganda als Faschist bezeichnet und seiner Meinungsfreiheit beraubt.“

Andreas Molau (pro NRW)

So wurde jetzt der Fall eines Lehrers im Regierungsbezirk Arnsberg bekannt, der gegen die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule eingetreten und anschließend zu einem „Dienstgespräch“ eingeladen worden sei. Das Gespräch, bei dem er eine „subtile Drohung“ verspürt habe, sei in die Personalakte aufgenommen worden. Der Lehrer erklärte der Presse gegenüber, er fühle sich eingeschüchtert und werde sich nun mit der Kritik zurückhalten. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) wies die Vorwürfe energisch zurück. „Konstruktive Kritik“ sei ihr stets sehr willkommen. Lehrerinnen, und Lehrer bekämen in NRW keinen Maulkorb.

Den Wahrheitsgehalt der Behauptungen von Löhrmann, so Molau, könne jeder Lehrer und Schüler täglich selbst abprüfen: „Jeder Schüler weiß, was es bedeutet, wenn man gegen die Sprachregelungen der linken Lehrer verstößt. In den Politik-Lehrbüchern werden längst nicht mehr die Grundlagen dieses Staates wertfrei vermittelt, sondern vielmehr Werturteile. Der Französischunterricht wird etwa zum Bekenntnis gegen den Front National, in Politik und Geschichte warnt man vor Islamisierungskritikern. Wer widerspricht, wird per Note bestraft. Wenn Lehrer ihre Klassenquote bei solchen DDR-Aktionen wie ‚Schule gegen Rassismus‘ nicht erfüllen, bekommen sie ebenfalls Druck zu spüren.

Da ist es wirklich mehr als glaubhaft, wenn die Schulbehörden nun auch Druck von der Politik bekommen, wenn es darum geht, ihr Lieblingsprojekt Einheitsschule durchzusetzen. Nach außen hin wird Dialog gepriesen und tatsächlich herrscht eine Form von repressiver Toleranz, die mit demokratischen Prinzipien nur noch wenig zu tun hat. Das einzig Tröstliche an diesen ungeheuerlichen Vorgängen ist, dass sich so eine Form von Gleichschaltung nicht dauerhaft durchsetzen lässt. Weniger wird man allerdings Widerstand gegen diesen Freiheitsentzug von den Lehrern erwarten dürfen, die sich inzwischen offenbar mit dem wichtigen Unterrichtsgegenstand der 68er, Heinrich Manns Diederich Hessling, so identifizieren, dass sie ihn bereits nachahmen. In der Schülerschaft kommt Duckmäusertum dagegen immer weniger an, was man an den Reaktionen auf der Arbeit der Pro-NRW-Jugend deutlich erkennen kann.“