Landesweit / Donnerstag, 26.August.2010

Die Quittung für die Altparteien folgt

Von absolutistischen Herrschern kennt man die Gewohnheit, von sich selbst in der ersten Person Plural zu sprechen. Da genügt eben nicht das für sich selbst sprechende „Ich“. Majestät sind wir. In Duisburg knüpfen die Altparteien an diese Tradition an und haben gegen pro NRW eine Gegendemonstration unter dem Motto „Wir sind Duisburg“ angemeldet.

Die üblichen Verdächtigen sind wieder beieinander: DGB, evangelische Kirche, die SPD usw. Diesen linken Gruppen reicht es nicht, für sich zu sprechen. Sie müssen im pluralis majestatis gleich das ganze Gemeinwesen für sich in Anspruch nehmen und tönen, sie seien Duisburg. Das ist in Duisburg kein Sonderfall. In der Schweiz hatten sich die gleichen gesellschaftlichen Gruppen unlängst für den Minarettbau eingesetzt und hatten dafür von der Bevölkerung die entsprechende Quittung bekommen.

In Duisburg ist die SPD wieder ganz vorn mit dabei, wenn es darum geht, die Protestkundgebung der Bürgerbewegung pro NRW gegen den machthungrigen OB Sauerland zu diffamieren. SPD-Frontfrau Bärbel Bas wettert gegen die pro NRW-Veranstaltung: „Bei diesem durchsichtigen Versuch, durch Unterstützung einer an sich berechtigten Forderung hier auf Unterstützung durch demokratische Kräfte zu hoffen, machen wir nicht mit.“ Der Regionsvorsitzende des DGB, Rainer Bischoff, kümmert sich in gewohnter Weise auch nicht um die Interessen der Arbeitnehmer sondern will ein „Zeichen gegen rechts setzen.“ Er ist bei dem Spektakel gegen pro NRW natürlich ganz vorn mit dabei.

Auf diese Leute, so der pro-NRW-Vorsitzende Markus Beisicht, könne seine Partei am Sonnabend auch gut verzichten:

pro-NRW-Vorsitzender Rechtsanwalt Markus Beisicht

„Es ist schon interessant, wie sich Genossin Bas windet. Immerhin attestiert sie pro NRW berechtigte Forderungen. Solche berechtigten Forderungen dürfen nach ihrem Verständnis aber natürlich nur von den Altparteien gestellt werden. Das ist ein feudales Politikverständnis von Politikern, die sich selbst für das Zentrum des politischen Universums halten. Fakt ist, dass diese Altparteien auf ganzer Linie versagt haben. OB Sauerland ist nur ein besonders peinliches Beispiel für diese Politik.

Insofern sind wir gar nicht traurig: TypInnen wie Genossin Bas möchten wir bei der Demo gar nicht sehen. Auf deren Unterstützung können wir gern verzichten. Wir sprechen für Duisburgerinnen und Duisburger, die sich vom etablierten Parteienkartell nicht mehr vertreten fühlen. Dass diese schweigende Mehrheit mit Repressionen und großem Getöse abgehalten werden soll, sich zu pro NRW zu bekennen, wird durch die Demonstrationsankündigung sichtbar. Selbst aber, wenn diese Taktik aufgehen sollte: Bei der nächsten Wahl in Duisburg bekommen die Altparteien ihre verdiente Quittung.“