Aktuelles / Mittwoch, 1.August.2012

Die Heuchelei des Establishments

Immer wieder führen sich bestimmte Personen und Institutionen in unserem Land als Moralapostel auf. Sie enthüllen entweder – in ihren Augen – ungeheuerliche Mißstände, prangern soziale Problemthemen an oder kritisieren Unternehmen wegen unmenschlichen Arbeitsbedingungen.

Doch eben jene Institutionen bzw. Personen entlarven ihre Heuchelei immer öfter selbst.

So geschehen auch bei dem „Enthüllungsjournalisten“ Günther Wallraff. Er hat sich darauf spezialisiert, inkognito in Unternehmen einzuschleichen, um diesen bewusst zu schaden. Mal war er als Türke verkleidet, ein anderes Mal hat er einen aufdringlichen Afrikaner gespielt. Immer wieder kam Wallraff zu den gleichen Ergebnis, die seinem linkslinken Weltbild entsprachen:

Die deutsche Gesellschaft ist rassistisch und Migranten haben in unserem Land keine Chance auf Anerkennung oder Teilhabe an der Gesellschaft.

Eben jener Wallraff hat nun aber selbst ein großes Problem. Ein ehemaliger Mitarbeiter von Wallraff hat sich nun bei der Agentur für Arbeit selbst angezeigt wegen Schwarzarbeit. Zudem teilte eben jener Ex-Mitarbeiter mit, dass er einen Stundenlohn von gerade einmal acht Euro erhalten hat und zudem private Dinge für Wallraff erledigen musste. Der linke Journalist kommt dadurch in die Bredouille und gibt an, dass es niemals ein solches Arbeitsverhältnis gegeben hätte, räumt aber Barzahlungen an den Ex-Mitarbeiter ein.

Dadurch wird jedoch eines deutlich, die „moralischen Instanzen“ in unserem Land haben immer öfter ein Glaubwürdigkeitsproblem. Sei es die SPD, die einen Mindestlohn fordert, ihren Mitarbeitern aber teilweise weniger als acht Euro die Stunde zahlt oder die Gewerkschaften, die zum Teil Tarifverträge mit ungerechten Stundenlöhnen abschließen. An solchen Tatbeständen wird die Heuchelei des Establishments erkennbar!