Landesweit / Freitag, 2.Juli.2010

Die CDU auf dem Weg ins politische Nirwana

Im Großen wie im Kleinen: Die CDU ist auf dem Weg ins politische Nirwana. Bei der Bundesversammlung bekommt sie nur mit Ach und Krach eine Mehrheit für ihren Bundespräsidentenkandidaten zusammen. In den Kommunen fehlt der politische Nachwuchs. Mandatsträger kehren der Partei den Rücken.

Im beschaulichen Oerlinghausen hat die CDU innerhalb kurzer Zeit gleich zwei Ratsmitglieder verloren. Nach Frank Böning hat nun auch Dirk Endres seiner alten Partei den Rücken gekehrt. Die Fraktion hatte ihren ehemaligen Sprecher Böning abgeschossen, weil dieser sich erdreistet hatte, beim Parteitag von pro NRW in Leverkusen als Gast teilzunehmen. Der 43jährige wurde erst als Fraktionschef abgelöst und kam schließlich durch seinen eigenen Parteiaustritt der Forderung der Oerlinghauser CDU nach Mandatsverzicht zuvor.

Nach Ansicht von Jörg Uckermann, der von der CDU zu pro NRW gewechselt war und seit 2009 für pro Köln im Kölner Stadtrat sitzt, ist das Vorgehen der CDU in Oerlinghausen symptomatisch:

„Man wäre geneigt, die Sache in Orelinghausen auf sich beruhen zu lassen, wenn sich nicht in diesem Verhalten etwas Typisches für die CDU ausdrücken würde. Von der Spitze im Kabinett Merkel bis hinein in die kleinsten Untergliederungen ist bei dieser Partei eine zunehmende Verzwergung zu beobachten. Jeder, der über ein Profil verfügt und sich den Luxus einer eigenen Meinung leistet, der wird aus dieser Partei gemobbt. Was übrig bleibt, ist so stromlinienförmig und angepasst, dass man sich über den Politiker-Typus Christian Wulff nicht zu wundern braucht.

Wir heißen solche Selbstdenker wie Frank Böning in unseren Reihen gern willkommen. Bei pro NRW kann man sich kreativ und ohne die einengenden Gesetze der Political Correctness in die politische Arbeit einbringen.“