Landesweit / Mittwoch, 2.Juni.2010

Die Altparteien und die Mottenkiste

Linke Schulpolitik will die Einheitsschule. Die Bürgerbewegung pro NRW ist die einzige Formation, die sich dieser ideologischen Schulpolitik entgegenstellt.

Das Geschachere um die Macht geht weiter in Düsseldorf. Die CDU wartet auf die Abberufung Jürgen Rüttgers, um freie Hand zu haben, die SPD feiert ihr schlechtestes Nachkriegswahlergebnis immer noch als politischen Erfolg, die Grünen haben an das einstige Erfolgsmodell der FDP angeknüpft Erfolg durch Aussagelosigkeit und die FDP betätigt sich einmal mehr als Umfaller.

Gerade noch die apodiktische Erklärung, dass man mit einer SPD nicht verhandele, die die Mauermörderpartei Linke für verhandlungsfähig erklärt, nun die Kehrtwende: Man sei auch bei einer Ampel mit dabei. Die FDP ist immer dort, wo es etwas abzusahnen gibt.

Bei dem Gerangel um die Macht geht fast unter, dass es auch um ein paar politische Punkte geht, zum Beispiel um die Schulpolitik. Sie ist eine der wenigen Bereiche, in denen die Länder überhaupt noch politischen Handlungsspielraum besitzen. Bei den Gesprächen zwischen CDU und SPD wurde deutlich, worum es eigentlich geht. Die SPD wiederholt gebetsmühlenartig ihre noch aus der Weimarer Republik und von den Marxisten der Frankfurter Schule aufgewärmten Forderung einer Einheitsschule und wirft der CDU, die pro forma noch am dreigliedrigen Schulsystem festhält, vor, sie möge die Mottenkiste des dreigliedrigen Schulsystems hinter sich lassen. Vielleicht sollte Frau Kraft einmal erklärt werden, dass Dinge richtig oder falsch sind, ganz egal, welches Alter sie haben. Auch die Schwerkraft wird von den Sozialdemokraten kaum außer Kraft gesetzt werden, obwohl sie vor der Entstehung der deutschen Sozialdemokratie entdeckt worden ist.

Es bedarf keiner großen Phantasie, um den Lauf der Dinge zu erahnen. Die CDU hält zwar auch in anderen Ländern auf dem Papier am dreigliedrigen Schulsystem fest, unterhöhlt es aber, wo sie nur kann. Wo die CDU regiert, wird die Schule längst zur staatlichen Betreuungseinrichtung à la Margot Honecker, die die Freiheiten der Familie immer weiter untergräbt. Dem dreigliedrigen Schulsystem springen die Christdemokraten nicht zur Seite, weil sie von der linken Gleichmachungsideologie längst angesteckt sind.

Einheitsschule, Einheitsmensch, Einheitsmeinung das sind Forderungen einer linken Politik, die längst auch die CDU angesteckt haben. Die linken Bildungspolitiker, die auch Nordrhein-Westfalen auf den Weg zur Einheitsschule bringen wollen, sind vor allem Elite feindlich und sie nutzen die Angst der Eltern aus, die für ihre Kinder keine Zukunft mehr sehen.

Denn die Hauptschule ist nicht deshalb so unbeliebt, weil sie konzeptionell nichts bieten würde. Gegen die Idee der begabungsgerechten Beschulung gibt es kein vernünftiges Argument. Die Hauptschulen sind deshalb so unbeliebt, weil sie zu einer Restschule für sozial Unterprivilegierte geworden ist.

Durch eine verfehlte Einwanderungspolitik, die keinerlei Folgenabschätzung vorgenommen hatte, kann man sich auch an Schulen in Nordrhein-Westfalen in manchen Bereichen noch nicht einmal auf eine einheitliche Verkehrssprache einigen. Dass eine qualifizierte Beschulung hier nicht möglich ist, liegt auf der Hand und wird sich auch nicht durch eine Einheitsschule ändern.

Ebenso deutlich ist aber auch, dass auf diese Weise erworbene Schulabschlüsse für den weiteren Lebensweg nicht brauchbar sind. Wenn also Eltern die Gesamtschule heute wünschen, dann meist aus der Hoffnung heraus, dieser Hauptschule zu entkommen. Allerdings vergisst die Politik darauf hinzuweisen, dass die sozialen und kulturellen Probleme damit nur auf eine andere Ebene verlagert werden. Die Probleme selbst lösen sich damit nicht.

Stattdessen wird der gymnasiale Abschluss weiter entwertet, mittlere Abschlüsse kommen in den schulpolitischen Interessenkonflikten gänzlich unter die Räder. Das Bekenntnis zur Elite gilt politisch als anrüchig. Dabei ist klar: Ohne die Innovationskraft der letzten Jahrzehnte wäre der Aufbau der Bundesrepublik Deutschland nicht möglich gewesen. Linke Bildungsexperimente aus der Mottenkiste haben die bildungspolitische Grundsubstanz fast gänzlich zerstört. Wenn sich die SPD mit ihrem Einheitsschulengeschwätz durchsetzt, die CDU umfällt oder eine Ampel die schulpolitische Beliebigkeit einläuten wird, dann wäre das fatal für den Bildungsstandort Nordrhein-Westfalen.

Als einzige Partei hat sich vor der Wahl die Bürgerbewegung pro NRW für eine zeitlose, ideologiefreie Bildungspolitik eingesetzt, die die Stärkung des dreigliedrigen Schulsystems fordert und sich zu einer vernünftigen Eliteförderung bekennt. In einem bei Youtube veröffentlichten Interview erklärte der schulpolitische Sprecher von pro NRW, der Ex-Bundestagsabgeordnete Thorsten Lange, dass man die Experimente an den Schülern, die diese die letzten vierzig Jahre haben über sich ergehen lassen müssen, scharf ablehne.

Die Befürchtung, die Lange in dem Interview äußert, das nämlich die Schulpolitik weiter der ideologische Spielball der Linken bleibt, und eine inhaltlich entkernte CDU sich nicht dagegen wehrt, scheint sich zu bewahrheiten. Was die NRW-SPD hier schulpolitisch fordert, das ist selbst aus der Mottenkiste. Vielleicht sollte man sich einmal überlegen, ob nicht eine Petition also die direkte Ansprache der Bürger dazu geeignet wäre, die Bewahrung des dreigliedrigen Schulsystems auf die Tagesordnung der Politik zu setzen bevor es still und heimlich abgeschafft worden ist.

Ein Beitrag von Andreas Molau