Landesweit / Montag, 19.Juli.2010

Den Linkstrend stoppen

In Hamburg haben sich die Bürger klar und deutlich dafür ausgesprochen, den Linkstrend zu stoppen In einem Volksentscheid wurde die von der Schwarz-Grünen Regierung geplante sechsjährige gemeinsame Grundschulzeit abgelehnt.

Dass der scheidende Hamburger Bürgermeister Ole von Beust so seine Schwierigkeiten mit dem Willen der Bürger hat, dokumentiert sich nicht erst jetzt, nachdem die Hanseaten einen Schlussstrich unter die linken Bemühungen zur Schaffung einer Einheitsschule gezogen haben. Bereits vor sechs Jahren hatte sich der Souverän in der Hansestadt zu Wort gemeldet. Damals ging es um den Verkauf von Krankenhäusern, der von 76,8 % bei einer Wahlbeteiligung von 64,9 % abgelehnt worden war. Von Beust verkaufte trotzdem – und wurde wiedergewählt.

Nun ging es um die Schulpolitik. Die Fronten verlaufen hier seit einigen Jahrzehnten immer gleich: Linke Parteien, also SPD und Grüne, streben in allen Varianten eine Einheitsschule an. Der erste Schritt ist immer die Verlängerung der Grundschulzeit. Das Ziel, die Abschaffung des Gymnasiums. Der Antrieb für diese Bildungspolitik liegt im Menschenbild begründet. Linke sehen seit Karl Marx alle Unterschiede zwischen Menschen in ihrem unterschiedlichen Umfeld begründet. So möchte man Kinder am besten aus ihrem sozialen Umfeld herauslösen – deshalb auch der Krippenwahn – und in eine Einheitsschule schicken. Die normalen Bürger bevorzugen dagegen das differenzierte Schulwesen. Nach vier Jahren gemeinsamer Schulzeit sollen die unterschiedlichen Talente unterschiedlich gefördert werden. Zunächst wurden die Eltern dabei noch von der CDU unterstützt – nun, wo sich die Christdemokraten zum Machterhalt sogar an die Grünen hängen, fällt auch sie den Eltern immer unverhohlener in den Rücken. Van Beust warb mit allem Nachdruck für die Einheitsschule.

Der ehemalige Waldorflehrer Andreas Molau (pro NRW) spricht sich gegen das linke Lieblingsprojekt von gleichmacherischen Einheitsschulen aus.

Die Einführung der Einheitsschule und Abschaffung des Gymnasiums wird übrigens mit allem Nachdruck betrieben. Und es ist ganz erstaunlich, dass sich die Befürworter des differenzierten Schulwesens trotz eines Mediensperrfeuers in Hamburg behauptet haben. Für die Realisierung des verbindlichen Volksentscheides waren zuvor über 400.000 Stimmen gesammelt worden. Denn den Eltern wird die Einheitsschule in allen Farben angepriesen. Die Aufteilung in Haupt-, Realschule und Gymnasium sei rückschrittlich, die Einheitsschule fortschrittlich, so die Behauptung. „Der Spiegel“, ein Leitmedium für den Transport solcher linken politischen Inhalte, spricht dann auch bei der Bewertung der Ereignisse in Hamburg davon, dass der schulpolitische Protest von „wohlhabenden Bürgern geschürt“ worden sei. Die Abschaffer des Gymnasiums sind in dieser Sprachregelung die „Reformer“ und damit die Guten. Die Befürworter der alten Regelung sind die Zurückgebliebenen, die, so der „Spiegel“, „das Gymnasium mit aller Macht gegen die Reform verteidigen“ wollen. Wer einen Protest „schürt“, so die Botschaft, muss schon sehr bedenklich sein.

Die neue NRW-Landesregierung stellt sich etwas klüger an als Schwarz-Grün in Hamburg. Eine flächendeckende Einführung von sogenannten „Gemeinschaftsschulen“ hat man erst gar nicht in den Koalitionsplan geschrieben. Stattdessen soll diese Entscheidung jetzt dezentral vor Ort entschieden werden. Wenn man sich nicht direkt gegen den Elternwillen stellen kann, versucht man die bildungspolitischen Ziele zur Schaffung der Einheitsschule auf kaltem Wege zur erreichen. In den Kommunen wird man sich deshalb bald darauf einstellen müssen, dass mit viel medialem Aufwand das so genannte „gemeinsame Lernen“ gepriesen wird. So werden insbesondere Eltern unter Druck gesetzt werden, deren Kinder keinen gymnasialen Abschluss erreichen können. Dabei wird das Angstbild aufgebaut werden, dass es ohne Abitur keine berufliche Zukunft geben wird. Und in einer Gemeinschaftsschule, die nicht differenziert, wird bis zum Schluss das Trugbild aufrechterhalten, dass jeder zur Hochschulreife fähig sei. Vor diesem Hintergrund werden Gemeinschaftsschulinitiativen in den nächsten Monaten in den Kommunen massiv beworben werden – etwa durch manipulativ gestaltete Elternbefragungen oder große Versprechungen. Die Hauptschule wird von der neuen Landesregierung weiter ausgehungert werden. Mit der Zusammenlegung der Hauptschule mit der Realschule nähert man sich dem Ziel der Einheitsschule auf anderem Wege.

Die Bürgerbewegung pro NRW ist die einzige politische Kraft, die sich gegen diese Entwicklung stellt. Die Konstellation in NRW bietet die Möglichkeit, besonders effektiv gegen das Projekt Einheitsschule vorzugehen – gerade weil die Landesregierung dezentral arbeiten will. Der politische Widerstand muss sich deshalb gegen jede Einrichtung von Einheitsschulen richten. Das gilt für die Schließung von Hauptschulen und die Einrichtung von Einheitsschulen oder die Verlängerung der Grundschulzeit. Es muss deutlich gemacht werden, dass die Bildungspolitik der neuen Regierung einen schulpolitischen Flickenteppich hinterlassen wird. Linke Bildungspolitik heißt: Experimente auf Kosten der Kinder und Jugendlichen. Pro NRW steht mit den Bürgern für ein Schulsystem, das eine begabungsgerechte Förderung jedes Kindes ermöglicht. Begabte Kinder dürfen durch die Einheitsschule nicht ausgebremst werden. Manuel begabte Kinder sind nicht zu diskriminieren, indem man ihnen weismacht, dass nur Abiturienten die bessern Menschen sind.

Es muss vor Ort deutlich gemacht werden, dass das Problem der Hauptschule hauptsächlich ein Integrationsproblem ist. Jeder normale Bürger weiß eigentlich schon jetzt, dass keine Bildung stattfinden kann, wo keinerlei Bereitschaft vorhanden ist, die Sprache und Kultur des Landes anzunehmen. Außerdem muss endlich eine gesellschaftspolitische Diskussion stattfinden, was man mit handwerklich begabten Jugendlichen macht. Das bildungspolitische Ziel der 68er „Abitur für alle“ ist nicht realisierbar und nicht wünschenswert. Hinter diesem Ziel stehen aber alle Altparteien.

Hamburg hat gezeigt, dass die Bürger den Linkstrend notfalls selbst stoppen. Pro NRW wird mit den Bürgern im Land diesen Linkstrend in den Kommunen wirksam stoppen.

Andreas Molau