Aktuelles / Freitag, 15.April.2011

Das Märchen von den neuen Arbeitsplätzen

Die EU-Kommission gibt es jetzt auch öffentlich zu: Ab Mai sei in Deutschland mit zusätzlichen 100.000 Menschen zu rechnen, die auf den hiesigen Arbeitsmarkt drängen. Die Öffnung des Arbeitsmarktes solle, so die offizielle Begründung, den Fachkräftemangel mildern und das Wirtschaftswachstum steigern.

Wirtschaftsexperten beruhigen: Die Zuwanderer nähmen den Bürgern hierzulande keine Arbeitsplätze weg, denn die Jobs entstünden neu. Diese Beruhigungsfloskeln würde aber niemand ernst nehmen, so Pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener:

Markus Wiener

„Das Märchen von den neuen Arbeitsplätzen wird uns nun seit Jahren erzählt. Es ist aber leider so, dass wir uns bei extrem hoher Arbeitslosigkeit eine weitere Einwanderung in den Arbeitsmarkt leisten. Dass man bei Massenarbeitslosigkeit überhaupt Einwanderung benötigt, diese Unlogik wird auch nicht durch die ständige Wiederholung plausibler.“

Wenn neue Arbeitsplätze aus dem Nichts entstehen würden, dann müsse man sich fragen, so Wiener, warum diese nicht für die jetzt bei der Arbeitsagentur Registrierten entstehen können: „Tatsache ist, so wie Thilo Sarrazin dies formiert hat, dass durch die Einwanderung Deutschland abgeschafft werden soll. Die wohlfeilen Erklärungen, mit zusätzlicher Einwanderung werde die Wirtschaft wachsen und Arbeitsplätze würden entstehen, sind nichts als schlechte Notlügen. Dass uns jetzt auch noch erzählt wird, diese Menschen kämen nur vorübergehend und könnten anschließend ihre erworbenen Fähigkeiten in der Heimat einbringen, zeugt von besonderer Dreistigkeit der politischen Akteure der Altparteien. Wir wissen bereits aus dem Schicksal der Gastarbeiter, dass diese Rechnung nicht aufgeht.“

Dass man vonseiten der Altparteien auf die Gefahr einer Verdrängungskonkurrenz für gering Qualifizierte reagieren würde und eine Abwärtsspirale bei den Löhnen bekämpfen wolle, sei ebenfalls nicht glaubwürdig: „Welchen Grund soll es für einen polnischen Handwerker geben, die weite Reise nach Deutschland anzutreten, seine Heimat zu verlassen, wenn er nicht mit preiswerteren Angeboten seinen deutschen Kollegen nicht Konkurrenz machen würde? Dieses Motiv muss man nicht erst noch durch Feldversuche ermitteln. Es liegt auf der Hand. Das ist nicht dem polnischen Handwerker anzulasten. Anzulasten ist dieser provozierte Verdrängungswettbewerb aber EU-Bürokraten und ihren Helfershelfern in der nationalen Politik, für die Menschen nur noch wirtschaftliche Kenngrößen sind, die man von Heimat, Kultur und Familie trennen kann. Gegen diese Politik eiskalter Bürokraten muss sich Widerstand regen.“