Aktuelles / Dienstag, 21.Dezember.2010

CDU-Klüngel in NRW wird fortgesetzt

Der Heinsberger CDU-Bundestagsabgeordnete Leo Dautzenberg wechselt zum Essener Chemiekonzern Evonik. Der Hinterbänkler übernimmt im Januar die Abteilung Public Affairs und vertritt den Konzern künftig als Vorstandsbevollmächtigter in Berlin und Brüssel. Er soll dort für das Unternehmen mit Hilfe seiner politischen Kontakte die Landschaft pflegen. Wieder einmal wechselt ein hochrangiger CDU-Funktionär und Parlamentarier die Seiten und lässt sich nun fürstlich als Lobbyist eines Chemiekonzerns alimentieren. Er hat sich als Bundestagsabgeordneter in Berlin ein Netzwerk geschaffen, das er nun für die Interessen von Evonik nutzen wird. Hierzu erklärt der pro NRW-Vorsitzende Rechtsanwalt Markus Beisicht:

pro-NRW-Vorsitzender Rechtsanwalt Markus Beisicht

„Der Heinsberger Bundestagsabgeordnete Leo Dautzenberg ist bislang im Bundestag nicht besonders aufgefallen. Zuletzt wirkte er als finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dem Bundestag gehört der Heinsberger Hinterbänkler bereits seit dem Jahr 1998 an. Sein Wechsel zum Chemieriesen Evonik ohne jede Übergangszeit ist bezeichnend für die politische Kultur in unserem Lande. Ein politisches Engagement wird seitens der Politiker der Altparteien primär als Schlüssel zur Lösung der eigenen sozialen Fragen zumeist auf Kosten der Steuerzahler gesehen.

Wenn die Kasse stimmt, gibt es auch keinen Wählerauftrag mehr und dann wird schamlos und ohne Übergangsfrist als Lobbyist zu einem Chemieriesen gewechselt. Die ganze Causa Dautzenberg ist sicherlich nicht geeignet, Vertrauen in die Lauterkeit unserer Politiker zu schaffen. Wieder verlässt ein CDU-Politiker das sinkende Schiff und wirkt stattdessen als gut bezahlter Cheflobbyist für Evonik. Wer solche Politiker hat, der braucht sich über Parteienverdrossenheit nicht zu wundern.“