Aktuelles / Dienstag, 19.Oktober.2010

Bundespräsidiale Verwirrung

Es drängt sich geradezu der Verdacht auf, als würde der frisch gewählte Bundespräsident Christian Wulff mit aller Macht die Richtigkeit der Thesen Thilo Sarrazins zu bestätigen versuchen. Die Fähigkeit zum abstrakten Denken sollte jedenfalls von höchsten Repräsentanten dieses Staates erwartet werden. Insofern fragt man sich, wie Wulff zu folgender Aussage kommt: „Zu behaupten, eine ganze Gruppe könne sich nicht integrieren, halte ich für falsch.“

Diese Aussage traf Wulff gegenüber der türkischen Zeitung „Hürriyet“ die selbst ein Beleg für die Richtigkeit dieser These ist. Denn es ist kaum nachzuvollziehen, warum Eiwanderer, die sich in diesem Staat integrieren und schließlich assimilieren müssen, um Teil der Kultur zu werden, in eine mediale Parallelwelt flüchten. Pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener sieht in der Aussage Wulffs ein bewusstes Verdummen der Bevölkerung:

Pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener

„Bereits in der Sarrazin-Debatte haben Medien und Altparteien probiert, die Menschen mit sachfremden Beispielen zu verdummen. Da wurde und wird dann versucht, die auf Statistiken beruhenden Arbeitsergebnisse Thilo Sarrazins mit Einzelbeispielen zu konterkarieren. Ein statistisches Ergebnis wird dadurch aber selbstverständlich nicht berührt, indem man Ausnahmen in den Fokus rückt.

Was soll also dann die Aussage von Christian Wulff, er hielte die Behauptung für falsch, ganze Gruppen könnten sich nicht integrieren. Gut man könnte hinzufügen: Ganze Gruppen können und wollen sich nicht integrieren. Das jedoch kann man nicht falsch oder richtig finden: Es ist vor allem Wirklichkeit. So ist z.B. ein Großteil der Türken in Deutschland nicht richtig integriert. Besonders bildhaft konnte man das auch beim letzten EM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Türkei erleben.

Und der politische Gesprächspartner, mit dem Wulff jetzt verhandelt, ist derjenige, der seine Landsleute erst kürzlich massiv dazu aufgerufen hat, sich nicht zu assimilieren. Herr Erdogan hält dies für einen Völkermord. Die Aufgabe eines deutschen Bundespräsidenten wäre es gewesen, klar zu machen, dass Deutschland explizite Vorstellungen hat, wie sich Einwanderer zu verhalten haben.

Natürlich bedeutet Assimilation immer auch kulturellen Verlust. Man gibt mehr als nur die Heimat auf. Aber es würde eben auch die Ehrlichkeit gebieten, wenn man dies den Menschen jetzt bei so einer Gelegenheit in der Türkei sagen würde. Sozialen und kulturellen Frieden kann es nur geben, wenn Einwanderer sich in die neue Heimat einordnen. Alles das, was den Fundamenten unseres Staates widerspricht, muss abgelegt werden. Dass dies im Hauptsächlichen der Islam ist, den Wulff fataler Weise als Teil unseres Landes bezeichnet, müsste ein Politiker, der in deutschem Interesse handelt, jetzt klar und deutlich aussprechen.

Die Bürgerbewegung pro NRW tut das und erweist sich damit einmal mehr auch in dieser schwierigen Phase bundesdeutscher Politik als Vertreter der schweigenden Mehrheit.“