Landesweit / Freitag, 30.Juli.2010

Brüderle soll endlich in den Ruhestand treten

Im Sommerloch werden selbst Karteileichen lebendig. So vernimmt man nun auch etwas vom Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. In einem Zeitungsgespräch ließ der FDP-Mann verlauten, er werde eine „groß angelegte Offensive“ starten, um qualifizierte Fachkräfte nach Deutschland zu holen.

Dem Düsseldorfer „Handelsblatt“ erklärte Brüderle: „Ich plane für die nächsten Monate eine Fachkräfte-Initiative.“ Es gehe dem Minister darum, „ein Gesamtkonzept zu entwickeln, mit dem qualifizierte ausländische Arbeitnehmer nach Deutschland kommen. So müsse man etwa die „Einkommensschwellen“ für ausländische Fachkräfte reduzieren oder ein Begrüßungsgeld ins Auge fassen.

Nach Ansicht des Pro-NRW-Vorsitzenden MarkusBeisicht dokumentiert dieser Vorstoß wieder einmal die Konzeptionslosigkeit der Altparteien:

pro-NRW-Vorsitzender Rechtsanwalt Markus Beisicht

„Zunächst einmal erwarte ich von einem Minister nicht einen Plausch mit dem ‚Handelsblatt‘, sondern die Entwicklung konkreter Vorschläge und Gesetzesvorlagen. Diese Art Politik zu machen, geht den Bürgern zu Recht auf die Nerven: Mit solchen Testballons täuscht man lediglich Tätigkeit vor. Wenn die Ideen dann gut ankommen, kann man ja immer noch über eine Realisierung nachdenken.

Dann: Natürlich gibt es Missverhältnisse bei der Einwanderungspolitik. Während wirklich wichtige Fachkräfte aus dem Ausland allerlei Schikanen der Bürokratie ausgesetzt sind, werden bildungsferne Migrantengruppen hofiert und profitieren von irgendwelchen lebensfernen Integrationsprogrammen. Es ist bezeichnend: Während solche Programme locker von Steuergeldern bezahlt werden, möchte Herr Brüderle das avisierte Begrüßungsgeld für Fachkräfte von den Betrieben zahlen lassen. Hier müssten sich die Verhältnisse umkehren.

Schließlich: Herr Brüderle und seine Chaos-Kollegen sollten zunächst einmal die Verhältnisse in dieser real-existierenden sozialistischen Republik Deutschland ändern. So lange deutsche Fachkräfte aus Frust in Scharen aus diesem Land fliehen, weil alle Lebensbereiche überreglementiert sind, solange das Bildungssystem in seinem Einheitswahn die Eliteförderung vernachlässigt, brauchen wir auch keine Debatte über ausländische Fachkräfte. Brüderle soll also endlich an die Arbeit gehen oder in den nicht verdienten Ruhestand treten.“