Aktuelles / Dienstag, 18.September.2012

Bonn: Mutmaßlicher Vertrauter der Chouka-Brüder festgenommen

Zeitlich parallel zur zweiten Podiumsdiskussion der Bundesstadt Bonn infolge der Salafisten-Ausschreitungen vom 5. Mai 2012 fand am Abend des 17. September in der Innenstadt die Verhaftung eines terrorverdächtigen Afghanen statt. Dem 20-jährigen wird vorgeworfen, im August 2010 die Summe von 800,00 Euro über das Büro eines Finanzdienstleisters in Offenbach an einen Mittelsmann der „Islamischen Bewegung Usbekistan“ (IBU) nach Pakistan überwiesen zu haben. Mohammed Salim A. soll später als eine Art „Statthalter“ der Marokkaner Mounir und Yassin Chouka fungiert haben, die als Schüler im Stadtteil Kessenich aufgewachsen waren und seit 2007 als erst im Jemen, später in Waziristan terroristisch ausgebildet gelten. Der junge Afghane soll kurz vor einer Abreise nach Waziristan gestanden haben, um dort unmittelbar am „heiligen Krieg“ teilnehmen zu können.

Der Zugriff im Zentrum Bonns erfolgte durch das Bundeskriminalamt. Im Laufe des 18. September soll Mohammed Salim A. dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Die Ermittlungen kriminalpolizeilicher Art finden nach dem Willen der Bundesanwaltschaft weiterhin unter der Leitung des Bundeskriminalamts statt. Die mutmaßliche „Statthalterschaft“ für die IBU wird dem radikalen Moslem für die Zeit seit spätestens Oktober 2011 vorgeworfen.

„Wieder einmal hat sich bewiesen, dass wir in unserer Stadt ein nicht zu unterschätzendes Problem mit Islam-Extremisten haben“,

kommentiert der Bonner PRO-NRW-Ratsherr Nico Ernst das Geschehen.

Nico Ernst

„Während ich persönlich am frühen Abend im Stadthaus dem Vortrag von Claudia Dantschke zum Thema ‚Salafismus in Bonn’ zugehört habe, wurde in nur geringer Entfernung ein mutmaßlicher ‚heiliger Krieger’ aus ebendiesem Spektrum festgenommen. Die Stadtspitze kann ich nur auffordern, endlich in Kooperation mit Land und Bund ein tragfähiges Konzept zu erstellen, das derartigen Gewaltbestrebungen den Kampf ansagt, denn ansonsten wird es nur eine Frage der Zeit sein, wann erste Anschläge vor Ort kommen werden, was wir hoffentlich niemals werden erleben müssen.“