Aktuelles / Mittwoch, 28.September.2011

Bonn: Mittelalter hält Einzug in Bad Godesberg

Kennt man hierzulande das Ritual der Selbstgeißlung normalerweise nur aus Mittelalter-Filmen wie Umberto Ecos „Der Name der Rose“ machten laut Bericht des General-Anzeigers Bonn vom 28. September 2011 Schiiten eines „deutsch-pakistanischen Vereins“ einen Tag nach dem Herbstäquinoktium in der Innenstadt von Bad Godesberg ernst: Im Andenken an die Ermordung des Mohammed-Enkels Husain ibn Ali im Jahre 680 schlugen sich rund 120 Männer rhythmisch auf den Oberkörper. Lediglich der Einsatz von Geißelwerkzeugen wie Peitschen war durch die Ordnungsbehörden untersagt.

„Das muß eine Gesellschaft ertragen“, lautete in aller Kürze die Stellungnahme des Bonner Polizeisprechers Frank Kreft zum bizarren Spektakel. Indessen sind die Geschäftsleute der Bad Godesberger Fußgängerzone über die mangelhafte Informationspolitik seitens der Polizei verärgert. Insbesondere die umliegenden Gastronomiebetriebe wurden fluchtartig von den zufällig anwesenden Kunden verlassen, um nicht länger unfreiwillige Zuschauer des befremdlichen Treibens sein zu müssen.

Nico Ernst

„Im Rahmen eines aktuellen Textes über die Grundlagen liberaler und konservativer Islamkritik konstatiert der Sozialwissenschaftler Manfred Kleine-Hartlage vollkommen zu Recht: ‚ Ein eigenes Land zu haben bedeutet, darüber entscheiden zu können, mit wem man im selben sozialen Raum zusammenleben will und mit wem nicht.‘ Kreft täte gut daran, sich diesen Satz zu verinnerlichen“, so der Bonner PRO-NRW-Stadtverordnete Nico Ernst. „Das für unsere Gesellschaft richtige Handlungsmotiv zur Prävention derartiger Provokationen ist naheliegend: Wer läßt es schon gern zu, daß Fremde im eigenen Hause sich anstößig verhalten?“

WDR: Lokalzeit Bonn vom 26. September 2011