Aktuelles / Freitag, 1.Oktober.2010

Bonn: Gangster als Vorbilder?

Die Bundesstadt Bonn hat ein nicht zu leugnendes Problem in puncto innerer Sicherheit. Am 27. Oktober 2010 wird vor dem Landgericht Stuttgart der Prozess gegen den iranischen Kurden Giwar Hajabi alias „Gangster-Rapper Xatar“ beginnen. Hajabi, der lange Zeit im Bonner Stadtteil Brüser Berg lebte und sich nun in Untersuchungshaft befindet, gilt nach Auffassung der Staatsanwaltschaft als Drahtzieher eines gemeinschaftlich begangenen Überfalls auf einen Goldtransporter bei Ludwigsburg. Der Raub des Edelmetalls im Wert von 1,68 Millionen Euro geschah am 15. Dezember 2009. Vom Diebesgut fehlt bislang jede Spur.

Genau einen Monat vor dem Prozessauftakt befasste sich am 27. September 2010 das WDR-Fernsehformat „Die Story“ in den späten Abendstunden mit den Hintergründen zu Hajabi und seinen zahlreichen jugendlichen Anhängern in den sozialen Brennpunkten Brüser Berg und Medinghoven. Zu sehen ist eine Polizei, die erst nach dem Goldraub wirklich aktiv geworden ist, obwohl aus diesem Milieu bereits etliche Straftaten von einer größeren Schießerei bis zu „alltäglicher“ Kleinkriminalität vorgelegen hatten. Ferner zeigte sich das Jugendamt der Bundesstadt Bonn mit dem Phänomen „Xatar“ hoffnungslos überfordert.

Die WDR-Reporter mussten sich bei ihren Recherchen auf dem Brüser Berg von einem höchst aggressiven Anwohner bedrohen lassen. Er kündigte an, den TV-Journalisten die Nase zu brechen, sofern diese nicht die Kamera ausschalten sollten. Bonns „wilder Westen“, wie er von der Politik gern verschwiegen wird. Seit dem 30. September ist der Bericht über YouTube abrufbar. Eine Einbettung der Videos und weitere Informationen  finden auf der Internetseite des Pro-NRW-Kreisverbandes Bonn.