Regional / Donnerstag, 15.August.2013

Gelsenkirchen: Mißbrauch von Kindern scharf ahnden! Opferschutz statt Täterschutz!

 

Anfang März 2012: Auf der Herrentoilette eines Gelsenkirchener Schwimmbads wird ein elfjähriger Junge nacheinander, unabhängig voneinander, von zwei fremden Männern sexuell mißbraucht. Eine fürchterliche Tat, die glücklicherweise aufgeklärt werden kann. Der erste Täter, 66 Jahre alt, erhielt bereits im Dezember 2012 eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. Der zweite Täter, ein vorbestrafter Exhibitionist, der den Vorgang beobachtet hatte und sich nach der Flucht des ersten Täters nochmals an dem völlig geschockten und verunsicherten Kind verging, bekam Anfang Juni zweieinhalb Jahre Haft. Es sind Taten wie diese, die bei der Bevölkerung Entsetzen aufkommen und sie bei vermeintlichen oder tatsächlichen Mißbrauchstaten sensibel werden lassen – traut man den Behörden doch nicht immer rasches Handeln zugunsten der Opfer zu.

So standen in den vergangenen Tagen auch zwei Männer am Eppmannsweg in Gelsenkirchen-Hassel im Verdacht, zwei Kinder mißbraucht zu haben. Ein 59-Jähriger und dessen Stiefsohn (42) hatten einen Dreijährigen sowie eine Zehnjährige mit in ihre Wohnung genommen. Währenddessen die von Anwohnern eiligst herbeigerufene Polizei ungewöhnlich schnell Entwarnung gab und nicht davon ausgeht, daß ein Mißbrauchsversuch vorliegt, köchelten die Emotionen der Anwohner hoch. Laut WAZ protestierten bis zu 150 Personen lauthals gegen die beiden Verdächtigen, die unter Polizeischutz gestellt werden mußten. Und gemäß WAZ stachelte ein „rechter Mob“ die Anwohner mit an.

Kevin Hauer

„Was immer auch ein `rechter Mob´ sein soll, es ist zu begrüßen, daß die Bürger am Eppmannsweg schnell reagiert haben. Sollten die beiden Verdächtigen unschuldig sein, so kann man sich für die Kinder nur freuen“, erklärt Kevin Hauer. Der Vorsitzende der Fraktion von PRO NRW im Gelsenkirchener Stadtrat betont allerdings: „Das Gewaltmonopol muß beim Staat liegen und tatsächliche oder vermeintliche Selbstjustiz ist scharf zu verurteilen. Aber Polizei und Justiz sind leider nicht immer so engagiert, wie in diesem Fall. Hätten die Anwohner nicht sofort reagiert, hätte die Polizei wahrscheinlich nicht so schnell gehandelt“.

„Und auch die Justiz reagiert nicht immer so, wie man sich das erhofft. Im letztjährigen aufsehenerregenden Schwimmbadfall erhielt einer der Täter lediglich eine sechsmonatige Bewährungsstrafe, das Opfer dürfte aber lebenslang traumatisiert sein“, vermutet Hauer, selbst Familienvater. „Hier muß Opferschutz vor Täterschutz gehen. Es kann nicht sein, daß Täter milde Strafen erhalten. Da sollte es niemanden wundern, wenn erboste Bürger ihren Unmut darüber artikulieren. Daß die WAZ die aufgebrachten Bürger auch noch als `rechten Mob´ stigmatisiert, spricht zudem für das Weltbild der WAZ. Aber in der Tat, Wertkonservative wie wir von PRO NRW werden uns immer für die Opfer einsetzen und nicht für die Täter“, verspricht Hauer abschließend.