Hat PEGIDA noch eine Zukunft? Ein Gastbeitrag von Ester Seitz
Aktuelles, Landesweit, Top-Themen / Mittwoch, 21.September.2016

Hat PEGIDA noch eine Zukunft? Ein Gastbeitrag von Ester Seitz

Am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, soll in Dresden zugleich ein Zeichen gegen das dort sich selbst feiernde Kartell der Deutschlandabschaffer und für die Einheit des patriotischen Widerstandes gesetzt werden. Dem diesbezüglichen Aufruf von „Festung Europa / Fortress Europe“ hat sich auch unsere Bürgerbewegung nicht verschlossen und wird gemeinsam mit patriotischen Freunden aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg eine starke Delegation auf der Dresdner Großkundgebung stellen.

Um so unverständlicher für alle gutwilligen Patrioten, die an der Einheit des Widerstandes in dieser schweren Zeit für unser Vaterland interessiert sind, daß es im Zusammenhang mit dieser symbolträchtigen Kundgebung einen sinnlosen Grabenkrieg gibt, der allein dem politischen Establishment nutzt.

Wir geben hierzu einen Beitrag von Ester Seitz wieder, der  – sicher subjektiv und emotional – die Umstände der Dresdner Konflikte beleuchtet und die Frage aufwirft, ob das unter anderem von dem nun seinen Lebensmittelpunkt nach Teneriffa verlagernden Lutz Bachmann ins Leben gerufene PEGIDA-Projekt noch eine Zukunft hat oder zu einem Hamsterrad geworden ist.

Explizit weisen wir darauf hin, daß es sich um eine private Meinungsäußerung von Ester Seitz handelt, die wir dokumentieren, aber keine Stellungnahme von PRO NRW ist.

14302571_649076258574239_1309486830_n„Kurz vor dem „Tag der deutschen Einheit“ eskaliert der Machtkampf rund um PEGIDA und Festung Europa! Und wirft die Grundsatzfrage auf: Wie soll es weitergehen mit dem patriotischen Widerstand in Deutschland?

Muß PEGIDA sterben, damit der Widerstand leben kann?

Nach beinahe zwei Jahren auf der Straße reicht es einfach nicht mehr, montäglich im Kreis zu laufen. Mit so vielen Demonstranten läßt sich Großartiges machen. Einige Dutzend Aktivisten der „Identitären Bewegung“, die das Brandenburger Tor besetzen, reichten aus, um Aufmerksamkeit in ganz Deutschland zu erzielen.

Wie viel könnte man mit einer klugen Strategie mit mehreren tausend Demonstranten erreichen? Das Potential wäre da.

Doch ganz offensichtlich will PEGIDA Dresden das gar nicht. Das Potential wird verschenkt. Deswegen interessieren die montäglichen Dresdner Runden auch kaum jemanden mehr.

Ist PEGIDA gleich „der deutsche Widerstand“?

„Die Revolution frißt ihre Kinder“ – ein Satz, der in diesen Tagen vielen durch den Kopf gehen dürfte. Man kommt kaum daran vorbei, an der Schlacht zwischen PEGIDA Dresden und Festung Europa, an den vielen bösen Worten und Theorien, an den Anhängern der einen oder des anderen Frontkämpfers/in, welche sich über das gesichtslose Gesichtsbuch filmreife Verbalschlachten liefern.

Auch nicht an der Mehrheit der Patrioten, die eigentlich einfach nur ihren Protest auf die Straße tragen wollen, die verzweifelt schreiben: „Reicht euch die Hand!“. Und immer wieder ist – in der ein oder anderen Abwandlung – der Satz zu lesen: „Das schadet PEGIDA!“.

In diesen Tagen sind sie dutzende Male in den sozialen Netzwerken zu lesen, die Appelle und die Theorien, daß das alles staatsgesteuert ist, daß die eine oder der andere dafür bezahlt wird – oder ein Selbstdarsteller – oder verbittert – oder, oder, oder.

Und immer wieder dieser Satz: „Macht das nicht. Das schadet PEGIDA!“

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„Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.“  – Antoine de Saint-Exupéry

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Perspektivenwechsel: Ich werfe einmal eine provokante Frage in den Raum: Warum muß denn PEGIDA eigentlich geschützt werden? Macht es nicht viel mehr Sinn, den deutschen Widerstand und seine Kämpfer zu schützen? 

PEGDIA hat im Jahr 2015 Deutschland revolutioniert. Das abzustreiten, wagen nicht einmal die Linken oder Systemtreuen. PEGIDA hat den Finger in die Wunde gelegt, hat Themen in die Talkshows und auf die politische Bühne gebracht, die vorher nur hinter vorgehaltener Hand am Stammtisch besprochen wurden. Wenn überhaupt.

PEGIDA war ein Eisbrecher im Jahr 2015. Ein politischer Rammbock, der jahrzehntelang aufgebaute Mauern von Tabuthemen zum Einsturz brachte. Dies ist auch Lutz Bachmann zu verdanken. Keine Frage.

Aber: Der deutsche Widerstand hat sich verändert, seit dieser Zeit. Wenn man in der Bewegung arbeitet, fühlt man das schneller, als wenn man ´nur` auf die Straße geht.

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„Den Spalter zu schützen, ist Spaltung. Nicht, ihn zu identifizieren!“ – Unbekannt

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Aus der deutschlandweiten, zentral verwalteten Bewegung mit unzähligen Ablegern wurde – dank unfähiger Führung – eine regionale Dresdner Bewegung. Unzählige gute Aktivisten aus ganz Deutschland „wurden gegangen“ – meist mit aberwitzigen Begründungen.
Diese Aktivisten haben größtenteils weitergemacht. Natürlich. Sie stehen ja nicht als Bürgerrechtler „von Bachmanns Gnaden“ auf der Straße, sondern als Kämpfer für Deutschlands Zukunft.  

Dank der reichhaltigen Abspaltungs- und Abgrenzungspolitik der Dresdner Führungsclique veränderte sich das Verhältnis von PEGIDA-Ablegern zu freien Bürgerbewegungen ab Mitte 2015 immer mehr hin zu einer deutlichen Überzahl der „Freien“.

Von der einstigen deutschlandweiten PEGIDA-Bewegung blieben letztlich nur einige, wenige Gruppierungen im Osten übrig – und einige, die den Namen behalten haben, wie PEGIDA München und PEGIDA NRW, aber trotzdem nichts mehr auf Anweisungen aus Dresden geben.

Heute hat sich der Widerstand also von einer deutschlandweiten PEGIDA-Bewegung längst in ein Netz von deutschlandweiten, freien Bewegungen verwandelt. Viele von ihnen streben nach Zusammenarbeit untereinander, wollen aber regional selbst das Heft in der Hand behalten.

Das „Bachmann-Trauma“ einer zentralverwalteten Organisation mit Redeverboten, inkompetenten Vorschriften, Drohungen via Anwalt et cetera, sitzt tief. Zu recht fragt sich ein Regionalleiter aus dem tiefsten Westen, wie jemand aus Dresden die Situation vor Ort begreifen und einschätzen kann.

Was bleibt also von der so „schützenswerten“ PEGIDA? Nur und ausschließlich Dresden. Diese Orga von Dresden erhebt aber nach wie vor den Anspruch, das wichtigste und vor allem das einzige entscheidende Element der deutschen Widerstandsbewegung zu sein.

Und genau das ist der Punkt: Jeder, der kritisiert, jeder, der etwas Neues auf die Beine stellt, wird zur Konkurrenz, zum Spalter erklärt. PEGIDA Dresden hat nicht verstanden, daß sie nur noch eine Bewegung von vielen ist.

Nun kommt das Argument, daß man in Dresden aber immer noch die meisten Menschen auf der Straße hat. Das ist richtig. Nur: Es wird damit nichts – aber auch rein gar nichts – Nützliches gemacht.

Bei uns im Westen gibt es einen Spruch: „Wenn die Presse nicht mehr über deine Bürgerbewegung  schreibt, ist sie tot“.

In den rot-grünen Kampfzonen noch dazu: „Wenn sich die ANTIFA nicht mehr für dich interessiert, bist du erst recht tot.“
Letzteres kann man auf den Osten natürlich nicht generell beziehen.

Hat das etwas mit einem Aufmerksamkeitsbedürfnis gegenüber der Lügenpresse zu tun? Nein!

Aber die Berichterstattung ist eine Meßlatte der Gefährlichkeit. Wir bekämpfen ein System aus Volksverrätern, dessen willigster Arm zum Vollzug der Diktatur die Presse ist. Für die Drecksarbeit auf der Straße ist die ANTIFA zuständig.

Wenn das System also über diese beiden Organe laut aufschreit, dann wissen wir: Treffer  – versenkt!

PEGIDA hat 2015 das Land revolutioniert, weil die Presse es deutschlandweit zum Dauer-Thema gemacht hat. In Dresden können zehn Jahre lang tausende Menschen im Kreis laufen. Wenn darüber nicht berichtet wird, dann erfahren es lediglich die Anwohner und deren Umfeld, da, wo der Zug jeden Montag entlang läuft. Aber nicht die breite Öffentlichkeit.

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„Nach Festerlings Rausschmiß: Jetzt hat Bachmann sein Hobby PEGIDA endlich ganz für sich allein.“ – Heinz-Wilhelm Bertram

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In einem KOPP-Artikel vom 21. Juni 2016 analysiert Bertram folgerichtig:

„In diesem opportunistischen Verhalten ist ein Defizit erkennbar, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Historie von PEGIDA zieht: Die Bürgerbewegung weiß nicht, wo sie hinwill. Bachmann hat keinen Plan für sein Baby. Erst recht nicht, seitdem die AfD Themen und Programm von PEGIDA weitgehend geschluckt und institutionalisiert hat.

Er wollte mal Partei werden, er wollte gegen die Bilderberger protestieren, er wollte dies und das; es bleibt aber, wie Festerling ihm vorwirft, fast immer nur bei vollmundigen Ankündigungen.

Allmählich erhärtet sich der Verdacht, dass Bachmann mit PEGIDA endlich ein Hobby gefunden hat. Es ist ein schönes Hobby. Andere sammeln Briefmarken, Bachmann sammelt Fans. Die Zeitungen schreiben darüber; die meisten erbost, einige wenige positiv. Was soll‘s? Hier ist er local hero – und das genügt. Die PEGIDAS in anderen Städten sollen, wie Bachmann gestern wetterte, selbst »den Arsch hochkriegen«. Er hat‘s geschafft! Auch ohne Dialogfähigkeit!

Er steht in den Zeitungen, sieht sich im Fernsehen. Und resozialisiert sich nebenbei noch ein bißchen. Ällerbätsch!

Mit einer professionellen, konzeptionell unterfütterten Marketing- und Medienstrategie hat PEGIDA nichts zu tun. Es gibt kein Konzept, keinen projektorientierten Entwurf, nichts. Es gibt nicht mal ein Ziel, sieht man davon ab, daß Spazierengehen ja recht gesund sein soll, wie Wim Luijpers in „Die Heilkraft des Gehens“ beschreibt.

Vielleicht sollten sich um Bachmanns PEGIDA mal mehr die Herz-Kreislauf-Spezialisten und die orthopädischen Experten kümmern. Politologen werden bis auf weiteres nicht gebraucht.“

Dieser Kommentar trifft das Problem von „PEGIDA“ im Kern: Nach beinahe zwei Jahren auf der Straße reicht es einfach nicht mehr, montäglich im Kreis zu laufen. Es interessiert keinen mehr. Deutschland hat sich an die regelmäßigen Spaziergänge gewöhnt. Dresden hat sich daran gewöhnt. Und die Schlagzeile „In Dresden sind am Montag zum fünfzigsten Mal einige tausend Bürger im Kreis gelaufen“ lockt auch keinen mehr hinterm sprichwörtlichen Ofen hervor.

Mit so vielen Demonstranten läßt sich Großartiges machen. Einige Dutzend Aktivisten der „Identitären Bewegung“, die das Brandenburger Tor besetzen, reichten aus, um Aufmerksamkeit in ganz Deutschland zu erzielen. Wie viel könnte man mit einer klugen Strategie mit mehreren tausend Demonstranten erreichen? Das Potential wäre da.

Doch ganz offensichtlich will PEGIDA Dresden das gar nicht. Das Potential wird verschenkt. Deswegen interessieren die montäglichen Dresdner Runden auch kaum noch.

 In einem Land von Meinungs- und Handlungsfreiheit steht es ja jedem frei, zu tun, was er will. Keinen würde es stören, dass PEGIDA weiter seine Runden läuft. Wäre da nicht der narzisstische Anspruch des Orgateams, trotzdem die Größten und Wichtigsten im Lande bleiben zu wollen.

Das bedeutet nämlich: Niemand sonst darf es besser machen! Wer es bessermacht, wird eimerweise mit verbalem Dreck beworfen.

So, wie jüngst Tatjana Festerling. Von der Bühne gescheucht, weil sie das Potential hat, das den Bachmännern dieser Welt fehlt. Weil sie neue Ideen hat, revolutionäre Gedanken, die PEGIDA aus dem Sumpf des Kreislaufens herausgeholt hätten.

Sie hat reagiert, wie jeder vernünftige Aktivist reagieren sollte, der von Bachmann geschaßt wurde: Weitermachen! Und mit personell geringem Aufwand die letzten Monate wesentlich mehr Aufmerksamkeit und Fortschritt in die Bewegung gebracht, als die Dresdner Möchtegern-Elite.

Z.B. durch ihre historische Rede in München, ihre Auslandsreisen zu den europäischen Brennpunkten, ihr Widerstand gegen die Willkür der holländischen Staatsorgane. Was könnte diese mutige Frau erst mit einigen tausend Aktivisten erreichen.

Und genau davor hat Bachmann offensichtlich Angst. Festerling, die vermeiden wollte, daß sich die Patrioten am 3. Oktober zwischen PEGIDA und „Festung Europa“ entscheiden müssen, hat den „Tag der Einheit der Bürgerbewegungen“ (3. Oktober, 15 Uhr am Blauen Wunder) bewußt auf den Nachmittag gelegt.

Allein von den Patrioten, die mit mir aus Baden-Württemberg kommen, wären mindestens 60 – 70% danach noch zu PEGIDA gegangen. Es ist auszurechnen, welcher Anteil der „Festung Europa“-Nachmittags-Demonstranten abends noch bei PEGIDA mitgelaufen wäre.

Dresden hätte einen Tag des friedlichen Miteinanders – oder wenigenstens Nebeneinanders werden können.

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„Wenn die Klügeren nachgeben, regieren die Dummen!“ – Tatjana Festerling

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Bis vor etwa zwei Wochen von der PEGIDA-Bühne aus verkündet wurde: Der Termin wird verschoben! Auf 15.30 Uhr. Offensichtlicher könnte die Bachmann-Clique ihren Spaltungswillen kaum zeigen. Es soll provoziert werden, daß sich jeder Patriot am dritten Oktober entscheiden muss: PEGIDA oder Festung Europa? Beides, was die meisten gewollt hätten, geht nicht.

Kaum war die Ankündigung heraus, begann der zweite Teil der Dresdner Mobilisierungs-Strategie. Diese hat nämlich nichts mit dem Anbieten von besseren, spektakuläreren, zielführenderen Aktionen zu tun, sondern lediglich mit einem: Die Konkurrenz demontieren.

An dieser Stelle muss ich einfach Jörg Hoyer zitieren, der in seinem Video „Lutz Bachmann – Die Wahrheit über einen Verräter“ sagt:

„Nun ist Lutz Bachmann ein Mensch, wenn er mitbekommt, daß Leute in seinem Umfeld intelligenter sind, als er – da gehört nicht viel dazu, um intelligenter zu sein, als er – dann beißt er diese Leute weg.“

Umgemünzt ist des mit PEGIDA Dresden das gleiche: Wenn das Orgateam mitbekommt, daß in seinem Umfeld bessere, spektakulärere und zielführendere Aktionen oder Demonstrationen laufen – und da gehört leider inzwischen nicht mehr viel dazu – dann werden die Organisatoren auf hinterfotzige Art über Intrigen und Verleumdungen weggebissen.

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„Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher, als ein alter Irrtum.“ – Johann Wolfgang von Goethe

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Nach jener Ankündigung, Festung Europa am 3. Oktober eine Konkurrenz-Demo vor die Nase zu setzen – und vielen weiteren Verleumdungen –, entwischte Tatjana Festerling auf Facebook ein kleines, nur intern bekanntes, doch nicht unerhebliches Detail: Daß Bachmann längst nicht mehr in Dresden wohnt, sondern auf Teneriffa.

Eine Information, die die deutschen Patrioten haben müssen. Da stellt sich nämlich die Frage: Wer bezahlt das eigentlich? Wie lapidar bei PEGIDA mit Buchführung und Spendengeldern umgegangen wird, ist ja hinlänglich bekannt. Und: Ist es sinnvoll, daß jemand im Ausland wohnt, aber eine deutsche Bürgerbewegung leitet?

Die Antwort Bachmanns folgte auf dem Fuße, aber nicht spontan, so wie sie wirken sollte, sondern erst einige Stunden später. So lange brauchte die Dresdner Clique offensichtlich, um sich einen klugen Opfer-Darstellungs-Plan auszudenken.

Das Video, das sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken verbreitete, strotzt nur so vor Beleidigungen und Aggressivität. Und von falscher Opfer-Darstellung. Bachmann schämt sich nicht einmal, seine Frau, seinen Vater, ja sogar seinen Hund dafür zu instrumentalisieren. Man wäre vor der andauernden Bedrohung ins Ausland geflüchtet, sagt er. Dieser Bedrohung sind alle deutschen Aktivisten ausgesetzt. Wir müssen das auch aushalten.

Der Punkt ist aber gar nicht der Umzug ins Ausland an sich. Sondern, daß die Patrioten wieder einmal belogen wurden. Denn es stellt sich immer noch die Frage: Wer zahlt das? Und die wäre aufgekommen, wenn das bekannt geworden wäre. Fragen zu Finanzen fürchtet Bachmann offensichtlich mehr, als der Teufel das Weihwasser.

Die Sächsische Zeitung schreibt am 20.09. dazu:

„Auf den beiden Konten der noch existierenden Pegida-Vereine bei der Ostsächsischen Sparkasse liegt nach SZ-Informationen derzeit noch eine niedrige fünfstellige Summe. Beträge im Tausender-Bereich gingen unter anderem an Bachmanns Anwältin in Dresden, seine Frau und an eine Kanzlei in Würzburg. Bareinzahlungen sollen seit Juni nicht mehr stattgefunden haben.

In Anspielung auf die Spendentonnen, die montags abends bei Pegida aufgestellt werden, kommentiert das ehemalige Organisationsmitglied Thomas Tallacker aus Meißen auf Facebook inzwischen: „Die werden weiter fleißig Spenden für den Lebensabend vom Lutz einwerfen.“

Eine Offenlegung der Buchführung mit Ein- und Ausgaben fehlt bis heute. Jeder kann sich seine eigenen Gedanken dazu machen, wohin das Geld geflossen ist. Es existieren unzählige Aussagen von PEGIDA-Spaziergängern zu den Spendentonnen, in denen die 50-€-Scheine nur so übereinander gestapelt lagen.

Bei unseren Demos liegen in der Spendendose ca. 300 – 400 € pro 100 Teilnehmer. Wir führen Buch und reinvestieren das Geld meistens sofort.

Rechnet man nur grob hoch, was bei zum Teil 15.000, 20.000 oder auch nur 8.000 – 10.000 Besuchern wöchentlich in jenen Tonnen gelandet sein muß – zusätzlich zu den vielen Spenden, die überwiesen werden – da muß man nicht die höhere Kunst der Mathematik beherrschen, um zu wissen, dass da so einiges fehlt.

Das sind alles Spekulationen. Nährboden bietet PEGIDA selbst, da keine Zahlen offengelegt werden. Und das sollte jeden vernünftigen Menschen zumindest kritisch stimmen: Warum verbergen, wo nichts zu verbergen ist? Und das dann genau in einer Situation, in der ein meist Mittelloser still, heimlich und leise nach Spanien gezogen ist? Umzüge sind teuer. Flüge auch.

Auf diese, zu Recht in den Raum gestellten Fragen, antwortete Bachmann gestern mit einer spektakulären Opfer-Show per Video, bezeichnet Festerling als „alte verbitterte Frau, die nirgendwo mehr einen Job bekommt“ und „deshalb PEGIDA schaden“ will. Sie hätte durch die Information seine Sicherheit riskiert – wobei er offensichtlich vergißt, folgenden Vorfall zu erwähnen:

„Übrigens war es Bachmann, der von der Bühne über die Wohnadresse von Tatjana Festerling in Mai Auskunft gab, und kein Problem damit hat solche Sachen zu veröffentlichen.“ (Edwin Wagenveld, 20. September ’16 auf Facebook)

Kommen wir also zurück zur Eingangsfrage: Muß PEGIDA sterben, damit der Widerstand leben kann?
Meine Antwort lautet: Ja!

Der Name „PEGIDA“ ist durch die eineinhalb Jahr andauernde, katastrophale Führung des Dresdner Orgateams inzwischen so verbrannt, daß er (vor allem im Westen) bereits als Schimpfwort gebraucht wird. PEGIDA hat den Widerstand in Deutschland etabliert. Doch das ideenlose Im-Kreis-Laufen bei gleichzeitigen Intrigen gegen alles, was nicht PEGIDA ist, schadet der gesamtdeutschen Widerstands-Bewegung längst mehr, als sie nützt.

PEGIDA tritt auf der Stelle und demontiert jeden, der den Weg weiter gehen will. Aus der Asche kann und muß etwas Neues entstehen. Etwas, das den Wandel der Bürgerbewegungen akzeptiert und darin mitgeht.

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„Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.“ – Unbekannt 

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Am nächsten Montag will Bachmann erneut die Vertrauensfrage stellen. Es ist witzlos, sie nur an die noch übrig gebliebenen Spaziergänger zu stellen. Denn die meisten, die das alles begriffen haben, gehen nicht mehr hin. Dies ist genauso demokratisch, als wenn die CDU auf dem CDU-Parteitag eine Vertrauensfrage stellen – und danach propagiert: „Das Volk hat entschieden“.

Zu diesem speziellen Anlaß sollten sich alle Bürger in Dresden einfinden, die einst mit auf der Straße waren – oder es andernorts immer noch tun. Nur dann ist diese Vertrauensfrage ein echter demokratischer Akt!

Wer darüber hinaus zeigen will, daß er hinter dem Fortschritt des Widerstandes, hinter neuem Wein in neuen Schläuchen steht, der geht am 3. Oktober zu „Festung Europa“ ans Blaue Wunder – und läßt die Konkurrenzveranstaltung „links liegen“. Auch innerhalb einer Bewegung, die für Demokratie eintritt, muß Basisdemokratie gelebt werden.

Ich möchte diesen Artikel mit einem weiteren Zitat von Jörg Hoyer beenden:

„Und jetzt meine Bitte an euch Tausende, die ihr zu PEGIDA geht. Bleibt auf der Straße!

Das, was Lutz Bachmann mit Ed und Tatjana gemacht hat, ist irreparabel. Festerling war zu populär geworden, deshalb mußte weg sie weg. Deshalb hat er sie geschasst. Und sie hat Dinge angesprochen und Menschen begeistert – und das hat dem Verfassungsschutz nicht gepasst.

Bleibt aber auf der Straße, entweder Festung Europa – und ich gehe davon aus, dass die Organisatoren dem Rechnung tragen und euch dann auch anbieten, dass ihr euch jede Woche versammeln könnt.

Zweite Möglichkeit, es finden sich bei euch Leute, die ganz einfach sagen: „Wir melden was an. 18.30 Uhr montags, wir brauchen nicht mal einen Namen, und versammeln uns.“

Aber es gibt noch eine ganz andere Möglichkeit: Daß der Herr Bachmann verschwindet. Und diejenigen, die bis zu den Schultern in seinem Anus stecken, mit ihm.

Wir brauchen keine Speichellecker, die haben wir in Berlin zu genüge. Wir brauchen Menschen, die Kritik äußern, die Kritik vertragen und auch mal Kritik annehmen.“

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