Regional / Dienstag, 18.August.2015

Essen: Neue Details zum Stadion-Skandal

Am Wochenende sind neue Details zum Skandal um den Neubau des Stadions an der Hafenstraße publik geworden. Sie offenbaren, wie schlampig bei dem Großprojekt mit Steuergeldern umgegangen wurde.

Der Skandal beschäftigt seit Monaten die Essener Kommunalpolitik. Besonders im Fokus stehen dabei dubiose Beraterverträge in Millionenhöhe. Bisher kann nicht gesagt werden, wofür Beraterfirmen wie Roland Berger fast fünf Millionen Euro kassiert haben. Verträge, Leistungsnachweise und sonstige Unterlagen, die die Arbeit dokumentieren, konnten bisher nicht gefunden werden. Zudem weigert sich Roland Berger, Unterlagen an die Stadt Essen herauszugeben.

Insgesamt sind im Zuge des Stadionneubaus rund 4,8 Millionen Euro an Beraterfirmen gezahlt worden. Zwar liegen 115 Rechnungsbelege dem Essener Rechnungsprüfungsamt vor, allerdings gibt es keine weiteren Unterlagen. Verantwortlich für die damaligen Zahlungen war der Geschäftsführer der Grundstücksverwaltung Essen (GVE), Andreas Hillebrand.

Die Gesamtkosten für das Großprojekt darf der Steuerzahler übernehme. Diese stiegen von ursprünglich 31 Millionen auf über 64 Millionen Euro. Dies ist viel Geld für eine Stadt in akuten Finanzproblemen. Bisher schweigen die Altparteien im Oberbürgermeister-Wahlkampf zu diesem Thema.

T. Öllig

Tina Öllig

„Es ist ein skandalöser Vorgang. Wenn es möglich ist, dass bei einem solchen Projekt Millionenbeträge ohne Kontrolle oder Verträge ausgegeben werden können, dann besteht die akute Gefahr, dass dies bei gegenwärtigen oder zukünftigen Projekte ebenfalls geschieht“, sagt die PRO-NRW-Kreisvorsitzende Tina Öllig.

„Es ist unverantwortlich, dass fast fünf Millionen Euro für dubiose Beratertätigkeiten ausgegeben werden können, ohne das irgendjemand bei der Stadt Essen dies kritisiert. Hier haben alle handelnde Akteure versagt. Noch vor der Oberbürgermeisterwahl müssen zum Beispiel auch etwaige Versäumnisse des aktuellen Oberbürgermeisters Reinhard Paß (SPD) geklärt werden. Es kann nicht sein, dass möglicherweise jemand als Stadtoberhaupt wiedergewählt wird, der in einen großen Skandal verwickelt sein könnte.

Die Essener Bürger verdienen Aufklärung und keine weitere Vertuschung“, so die Essener Ratsfrau Öllig abschließend.

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